Ungebaut – Projekte in Dortmund

Dortmund

Wir blicken zurück auf 20 Jahre voll spannender Projekte - viele sind bereits jetzt ein wertvoller Stadtbaustein geworden, andere sind Visionen auf Papier geblieben.

Zu unserem Jubiläum widmen wir uns auch all jenen Entwürfen, die von einer anderen Stadt erzählen, jedoch UNGEBAUT geblieben sind. Kreative Visionen an prägnanten Standorten in Dortmund, die die Stadt in ihrer Ästhetik und Funktion sicherlich grundlegend verändert hätten. So unterschiedlich die zu sehende Auswahl an Typologien auch ist, so eint sie ihre enge Verzahnung mit der bewegten Geschichte Dortmunds als Ruhrmetropole mitsamt aller Umbrüche.

Was wäre, wenn all diese Entwürfe Wirklichkeit geworden wären?

Hauptbahnhof

Königswall 14
44137 Dortmund

Wie könnte ein Bahnhof aussehen, der nicht nur ein Durchgangsort ist, sondern ein Tor zur Stadt?

Der Entwurf ordnet das Bahnhofsareal neu, definiert den Haupteingang markant und schafft klare Wegeverbindungen – insbesondere zur Nordstadt. Skulpturale Steelen, neue Wegeführungen und aufgeständerte Gebäudestrukturen inszenieren die Ankunft. Ein Mix aus Service-, Verteiler- und Aufenthaltsbauten schafft neue stadträumliche Qualitäten – sowohl im Norden als auch im Süden.

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RAG Haus

Hansastraße 95
44137 Dortmund

2020 | Bauvoranfrage

Vom Bürohaus zum grünen Wohnhaus

Der Entwurf transformiert das ehemalige RAG Gebäude durch Umnutzung, gezielte Eingriffe und eine grüne Schichtung in der Vertikalen. Bestehende Bürostrukturen werden in vielfältige Wohnungstypen überführt, die Staffelung des Volumens ermöglicht gemeinschaftliche Gärten auf mehreren Ebenen. Ein Projekt, das Bestand weiterdenkt – funktional, sozial und ökologisch.

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DFB Fussballmuseum

Platz der Deutschen Einheit 1
44137 Dortmund

2011 |  Wettbewerb, 1. Preis

Wie kann ein Museum mehr sein als ein Ausstellungsort?

Der Entwurf nutzt das Dach als begehbare Terrassenlandschaft – mit Aufenthaltsflächen, Spielzonen und Blickbeziehungen zur Stadt. Die gestufte Gebäudestruktur reagiert auf den städtebaulichen Kontext und setzt die Bewegung der Kulturmeile fort. Statt eines abgeschlossenen Baukörpers entsteht ein offenes, nutzbares Haus mit starker Symbolkraft – als identitätsstiftender Ort im öffentlichen Raum.

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Königswall

Königswall 42
44137 Dortmund

2021 | Studie

Wie lassen sich innerstädtische Bestandsgebäude zukunftsfähig weiterentwickeln?

Der Entwurf kombiniert Umbau, Aufstockung und eine neue Erschließung zu einem nutzungsdurchmischten Gebäude mit prägnanter Fassadengestaltung. Büros und barrierefreie Wohnungen verteilen sich auf sechs Geschosse, ergänzt durch ein großzügiges Penthouse mit Dachgarten. Flexible Grundrisse, grüne Freiräume und neue Nachbarschaften bilden die Grundlage für ein urbanes Wohn- und Arbeitsumfeld im Wandel.

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Stadt - und Landesbibliothek

Max-Von-Der-Grün Platz 1-3
44137 Dortmund

1996 | Wettbewerb

„Open House“ ein Ort für die Stadtgesellschaft

Neue und lebendige Urbanität - die Stadt- und Landesbibliothek schafft an einem zentralen Standort einen inspirierenden Treffpunkt für die Öffentlichkeit. Eine harmonisch integrierte Wasserfläche und großzügige Aufenthaltsbereiche laden zum Verweilen und Entspannen ein und fördern die Begegnung und den Austausch im Herzen der Stadt.

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BVB Stadion

Strobelallee 50
44137 Dortmund

Machbarkeitsstudie

Wie kann ein Fußballstadion zu einer Multifunktionshalle umgebaut werden?

Im Zug der laufenden Modernisierung und Flexibilisierung des BVB-Stadions, die zunehmend auch Veranstaltungen außerhalb des Sports aufnehmen sollen, denkt der BVB darüber nach, das Konzept eines Stadions mit dem einer Multifunktionshalle zu kombinieren. Das vorliegende Projekt ist das Ergebnis einer Machbarkeitsstudie.

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Waldpelz

Kampstraße – Brüderweg
44137 Dortmund

1997 | Wettbewerb

Wie lässt sich Leere neu denken?

Der Entwurf nutzt die brachliegende Kampstraße als Chance für einen radikalen Perspektivwechsel: Statt Verkehrsraum entsteht ein lebendiger, naturnaher Stadtraum. Verdichtung durch Vegetation, Offenheit durch Wasserflächen, kleinteilige Interventionen statt großmaßstäblicher Konzepte. Ein unerwarteter Ort, der das Zentrum nicht nur ergänzt, sondern neu imaginiert.

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Westfalenforum

Kampstraße 37-39
44137 Dortmund

2017 | Studie

Urbanität entsteht durch Pluralität

Der Entwurf ersetzt monofunktionale Handelsflächen durch ein feinmaschiges, gemischt genutztes Quartier mit öffentlichen Wegen, kleinen Plätzen und vielfältigen Typologien. Eine grüne Erschließungsschicht verknüpft die Gebäude in der Vertikalen – als verbindender Park zwischen Gewerbe und Wohnen. So entsteht ein stadträumliches Gefüge, das Nachbarschaft fördert, Wandel zulässt und neue Identifikation im Zentrum schafft.

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Stadtkrone Ost

Stockholmerallee
44269 Dortmund

Wie kann ein Haus gleiche Wohnqualitäten und gleichzeitig maximale Individualität ermöglichen?

Alle Wohneinheiten haben Aussicht in alle Himmelsrichtungen – die Aufenthaltsräume immer zum Osten, Westen oder Süden, nie zum Norden. Alle Eingänge befinden sich auf der Nordseite. Die Kubatur erinnert an Tages- oder Nachtfalter, deshalb nennen wir sie „Schmetterlingshäuser“. Sie sind signifikant, haben ein U-förmigen Erdgeschoss als Base und darauf aufgesetzt, lang gestreckte Obergeschosse mit O/W-Orientierung. Die Häuser der einzelnen Zeilen sind um die volle Gebäudebreite gegeneinander versetzt. So hat jede Wohneinheit gute Sicht in die geschützte Landschaft.

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UNGEBAUT MAP DORTMUND

Die UNGEBAUT MAP beinhaltet eine Auswahl der vorgestellten Projekte und verortet sie im Stadtraum. Ob für einen Stadtspaziergang oder gezielte Architekturbesuche - die Vielzahl an Projekten und Themen gibt Inspiration für jeden Bedarf, die Map hilft euch bei der Orientierung.

Während einige Entwürfe mit dem Stadtzentrum, quasi dem alten Herzstück Dortmunds, arbeiten, erfasst die Karte auch Visionen im Osten der Stadt sowie dem Messe Gelände und Stadion. Von grundsätzlichen Fragen der Infrastruktur, über Museumskultur, bis hin zur Frage nach zeitgemäßen Wohnformen und dem Verhältnis von Stadt und Natur, erzählen die Projekte nicht nur von der bewegten Geschichte der Ruhrmetropole Dortmund, sondern auch den damals wie heute drückenden Fragen der Zeit.

Wettbewerb Stadtreparatur

Finsterwalde

Das Grundstück Leipziger Strasse 22-24 liegt in räumlicher Nähe zum historischen Stadtkern, der durch gewachsene und kleinmaßstäbliche Strukturen charakterisiert ist. Parzellen sind ablesbar, Gebäudekonturen verspringen z.T. gegeneinander, Dächer wechseln in Trauf- und Firstlinie und sind durch Aufbauten an manchen Stellen stark konturiert. Gegenüber dem Grundstück liegt der Mozartplatz, eine heute unbebaute Fläche.

Ein differenzierter Baukörper analog zur städtebaulichen Körnung

Die Nachbarn entlang der Leipziger Strasse und Weststrasse wenden sich mit gestalteten Giebelflächen, Erker und Gauben in den Straßenraum, man könnte sagen, sie reden miteinander. Diese lebendige Formation adaptieren wir, brechen den neuen Baukörper auf und folgen mit den Gebäudekanten in unterschiedlichen Winkeln dem Straßenverlauf. So entsteht ein differenzierter Baukörper analog zur städtebaulichen Körnung im historischen Kontext. Die Gebäude bleiben ablesbar, die Adressen erkennbar, signifikant und doch einfach zu errichten. Geschossigkeit und Traufhöhe folgen den jeweiligen Nachbarn. Oberhalb der Traufe wird eine Dachlandschaft modelliert, die durch ein Wechselspiel von Gauben und Loggien beste Nutzbarkeit der Dachgeschosse und zugleich Privatheit ermöglicht. Ziel des Konzepts sind Lebensräume mit hoher Dichte, hoher Privatheit und niedrigem Energiebedarf.

Innenhof - Wohnen mit der Natur

Kinder spielen an der frischen Luft und der Feuerplatz ist der Ort für spontane oder geplante Feste. Hier soll ein schattiger Innenhof als grüne Lunge für die Hausgemeinschaft entstehen, um den herum eine offene Vertikalerschließung und Loggien gelegt sind – wie Tribünen um die Open Air Bühne. Er wird zur Adresse. Der Hauseingang an der Leipziger Straße dagegen wird gerahmt durch zwei auskragende Volumen, die auf diese Weise einen kleinen Vorplatz bilden.

Wohnungen und Flächen

Die Wohnungsgrößen orientieren sich an der geforderten Matrix. Sie sind weitgehend flexibel, leichte Trennwände versetzbar, nur die Schächte bilden Fixpunkte innerhalb der Grundrisse. An einigen Stellen ist die Zuschaltung einzelner oder mehrerer Räume vorgesehen und in der Grundrisszeichnung markiert. Die Ratio Mietfläche (MF) zu Bruttogrundfläche (BGF) beträgt ca. 73%. Die Zugänge sind barrierefrei. Nebenräume für Kinderwagen, Fahrräder und Müll liegen in der Nähe der Hauseingänge oder im Untergeschoss.

Architektur + Konstruktion

Die Untergeschosse sind auf ein sinnvolles Maß beschränkt, von den Giebelwänden der Nachbarn abgerückt, aber von beiden Treppenhäusern erreichbar. So werden Unterfangungen der Nachbarfundamente vermieden. Das Grundrisskonzept enthält wenige fixierte Bauteile (Schächte, Stützen oder Wände). Die Art der Konstruktion erlaubt so eine gewisse Grundriss-Variabilität innerhalb der Tragstruktur und ermöglicht unterschiedliche Layouts – vom Ein-Raum-Apartment bis zur 4-Zimmer-Wohnung. Im vorliegenden Layout schlagen wir auf ca. 2.070 m2 BGF 19 WE vor: (5 x 2-Zimmer WE, 11 x 3-Zimmer WE und 3 x 4-Zimmer WE). Die Häuser sind insgesamt ressourcenbewusst mit minimalem CO2-Fußabdruck konzipiert.

Grundriss Erdgeschoss

Daten

Wettbewerb

Teilnahmewettbewerb
07.2024

Adresse

Leipziger Straße 22-24
03238 Finsterwalde
Deutschland

Bauherr

Wohnungsgesellschaft
der Stadt Finsterwalde (WGF)

Schnitt B-B
Schnitt C-C