3. Preis im internationalen Wettbewerb „The Architect’s Stair“
(St)Aircase setzt ein starkes architektonisches Statement – Minimaler Materialeinsatz durch Engineering-Kompetenz. Neue Wahrnehmung: „Schrott“ ist „Ressource“, nicht Abfall. Wiederverwendung ist kein Selbstzweck sondern ökonomischer Vorteil, aus dem sich eine eigenständige Ästhetik (fast von allein) ergibt.
Die internationale Jury ist begeistert und zeichnet unseren Beitrag unter hunderten Einreichungen aus aller Welt mit dem dritten Preis aus. Ein voller Erfolg für unseren ganzheitlichen Anspruch – auch im kleinen Maßstab!
Das Projekt (St)Aircase
Das letzte Geschoß, ein Penthouse soll intern erschlossen werden, um die Wohnung für die Familie zu vergrößern. Die dafür benötigte Treppe soll wenig in Erscheinung treten und möglichst preiswert und materialminimiert ausgeführt werden.
Aus diesem Grund haben wir die Verwendung gebrauchter Überfahrplatten aus Stahl vorgeschlagen. Sie stammen aus dem Abbruch einer Industrieanlage in der Nähe des Hauses. Sie sind verrostet, verbeult, auf den ersten Blick unansehnlich, aber recycling-fähig. Gemeinsam mit dem Schlosser werden in dessen Werkstadt geeignete Platten ausgewählt, zugeschnitten, gereinigt, tiefe Kerben eliminiert, gespachtelt und geschliffen. Für jede einzelne Stufe werden Passelemente mit den Abmessungen 250 x 40 x 20 mm hergestellt. An diese werden jeweils zwei Schwerlast-Dübel geschweißt. Diese einfachen, leichten Bauelemente lassen sich präzise auf der Wand positionieren und die Dübel mit Zwei-Komponenten-Kleber in die vorhandene Betonwand hinein-kleben. Anschließend werden die eigentlichen Trittstufen mit den so fixierten Passelementen vor Ort verschweißt und die Schweißnaht geschliffen. Diagonale Zugstäbe sichern die Lage der auskragenden Stufen und verhindern Vibrationen.
Die Konstruktion wirkt luftig und leicht und führt in die Baumkronen vor der Glasfassade des Penthouses – (St)Aircase – wie Phoenix aus der Asche, from scrap to step.
Die Jury
„Als Treppe in einem Wohnbereich verzichtet das Projekt auf überflüssige Elemente, während seine zurückhaltende Präsenz von einer sorgfältigen und durchdachten Gestaltung zeugt. Die Materialauswahl und die Detailgestaltung wurden mit großer Sorgfalt getroffen, was zu einem Werk geführt hat, das schlicht ist und dennoch eine subtile Schönheit besitzt, die den Blick unaufdringlich auf sich zieht.“
– Shinya Sueyoshi (GAMMA Architects | Japan)
Jury-Mitglieder
:
Beste Aykut (BKSK Architects | USA)
Niko Kapa (Studio Niko Kapa | UK)
Pippa Nissen (Nissen Richards Studio | UK)
Pepyn Nolet (Stephen Taylor Architects | UK)
Gary Polk (BIG – Bjarke Ingels Group | USA)
Shinya Sueyoshi (GAMMA Architects | Japan)
Takumi Takahashi (HAKUTEN | Japan)
Mengyu Zhao (KPF – Kohn Pedersen Fox | USA)
Zehua Zhang (KPF – Kohn Pedersen Fox | USA)
Siyu Zhu (Johnston Marklee | USA)
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