Wettbewerb Stadtreparatur

Finsterwalde

Das Grundstück Leipziger Strasse 22-24 liegt in räumlicher Nähe zum historischen Stadtkern, der durch gewachsene und kleinmaßstäbliche Strukturen charakterisiert ist. Parzellen sind ablesbar, Gebäudekonturen verspringen z.T. gegeneinander, Dächer wechseln in Trauf- und Firstlinie und sind durch Aufbauten an manchen Stellen stark konturiert. Gegenüber dem Grundstück liegt der Mozartplatz, eine heute unbebaute Fläche.

Ein differenzierter Baukörper analog zur städtebaulichen Körnung

Die Nachbarn entlang der Leipziger Strasse und Weststrasse wenden sich mit gestalteten Giebelflächen, Erker und Gauben in den Straßenraum, man könnte sagen, sie reden miteinander. Diese lebendige Formation adaptieren wir, brechen den neuen Baukörper auf und folgen mit den Gebäudekanten in unterschiedlichen Winkeln dem Straßenverlauf. So entsteht ein differenzierter Baukörper analog zur städtebaulichen Körnung im historischen Kontext. Die Gebäude bleiben ablesbar, die Adressen erkennbar, signifikant und doch einfach zu errichten. Geschossigkeit und Traufhöhe folgen den jeweiligen Nachbarn. Oberhalb der Traufe wird eine Dachlandschaft modelliert, die durch ein Wechselspiel von Gauben und Loggien beste Nutzbarkeit der Dachgeschosse und zugleich Privatheit ermöglicht. Ziel des Konzepts sind Lebensräume mit hoher Dichte, hoher Privatheit und niedrigem Energiebedarf.

Innenhof - Wohnen mit der Natur

Kinder spielen an der frischen Luft und der Feuerplatz ist der Ort für spontane oder geplante Feste. Hier soll ein schattiger Innenhof als grüne Lunge für die Hausgemeinschaft entstehen, um den herum eine offene Vertikalerschließung und Loggien gelegt sind – wie Tribünen um die Open Air Bühne. Er wird zur Adresse. Der Hauseingang an der Leipziger Straße dagegen wird gerahmt durch zwei auskragende Volumen, die auf diese Weise einen kleinen Vorplatz bilden.

Wohnungen und Flächen

Die Wohnungsgrößen orientieren sich an der geforderten Matrix. Sie sind weitgehend flexibel, leichte Trennwände versetzbar, nur die Schächte bilden Fixpunkte innerhalb der Grundrisse. An einigen Stellen ist die Zuschaltung einzelner oder mehrerer Räume vorgesehen und in der Grundrisszeichnung markiert. Die Ratio Mietfläche (MF) zu Bruttogrundfläche (BGF) beträgt ca. 73%. Die Zugänge sind barrierefrei. Nebenräume für Kinderwagen, Fahrräder und Müll liegen in der Nähe der Hauseingänge oder im Untergeschoss.

Architektur + Konstruktion

Die Untergeschosse sind auf ein sinnvolles Maß beschränkt, von den Giebelwänden der Nachbarn abgerückt, aber von beiden Treppenhäusern erreichbar. So werden Unterfangungen der Nachbarfundamente vermieden. Das Grundrisskonzept enthält wenige fixierte Bauteile (Schächte, Stützen oder Wände). Die Art der Konstruktion erlaubt so eine gewisse Grundriss-Variabilität innerhalb der Tragstruktur und ermöglicht unterschiedliche Layouts – vom Ein-Raum-Apartment bis zur 4-Zimmer-Wohnung. Im vorliegenden Layout schlagen wir auf ca. 2.070 m2 BGF 19 WE vor: (5 x 2-Zimmer WE, 11 x 3-Zimmer WE und 3 x 4-Zimmer WE). Die Häuser sind insgesamt ressourcenbewusst mit minimalem CO2-Fußabdruck konzipiert.

Grundriss Erdgeschoss

Daten

Wettbewerb

Teilnahmewettbewerb
07.2024

Adresse

Leipziger Straße 22-24
03238 Finsterwalde
Deutschland

Bauherr

Wohnungsgesellschaft
der Stadt Finsterwalde (WGF)

Schnitt B-B
Schnitt C-C