Westfalenforum – Stadt neu Denken

Dortmund

Die Zeit innerstädtischer Besiedelung durch Kaufhäuser und reinen Einkaufsstraßen geht zu Ende. Neue Handelsformen und digitale Zahlungsmethoden machen Shopping-Malls alten Typus´ obsolet. Damit entsteht die Chance, die Stadt als Lebensraum neu zu entdecken und an die Menschen zurück zu geben. Dabei kann man aber keineswegs bloß Handel durch Wohnen austauschen. 

Urbanität entsteht durch Pluralität

Dazu gehören Mischnutzungen ebenso wie unterschiedliche Wohntypologien, die echte Nachbarschaften fördern und Identifikationspotenzial fürden eigenen „Kiez“ generieren. Nachhaltigkeit, geringstmöglicher Energiebedarf, Ressourcen-Bewusstsein vom limitierten Baugrund bis zu den gewählten Baumaterialien, Mobilität etc. sind selbstverständliche Aspekte der Planung. Wesentliches Charakteristikum soll jedoch die Neubildung von Orten sein, an denen man gerne lebt.

A - Erschließung

Eine Gebäudegruppe unterschiedlicher Gebäudetypen mit differenzierter Höhenentwicklung bildet eine neue Nachbarschaft. Sie ist verknüpft durch öffentliche Wege, Gassen und kleine Plätze - für die Erschließung der Gebäude, Handel in kleinem Maßstab, Essen und Trinken oder schlicht fürden Aufenthalt. Das Quartier wird eingebunden in das übergeordnete Wegenetz der Innenstadt zwischen Hauptbahnhof, Westenhellweg und Marktplatz bzw. Hansaplatz.

B - Durchmischung

Die Nutzung der Gebäude und der Geschosse wird durchmischt. In den Erdgeschossen werden kleine Geschäfte, Cafés und Restaurants entstehen, anpassungsfähig, die bei Bedarf in das 1.OG ausgedehnt werden können. Auch dort, im 1.OG, sollen gewerbliche Nutzungen dominieren – Büros, Ärzte und Ähnliches. Das UG fasst die Gebäude unter Flur zusammen und bildet ein durchgängiges Geschoss für Stellplätze, Technikräume und andere Nebenflächen.

C - Nachhaltigkeit

Materialeinsatz, ein effizientes Energiekonzept, kurze Wege, die vielschichtige Verknüpfung individueller privater mit öffentlicher Mobilität, soziale und kulturelle Akzeptanz und andere Nachhaltigkeitsaspekte, werden von Beginn an in einem multiprofessionellen Team erarbeitet und in einem Gesamtkonzept zusammengeführt. Einen wesentlichen Ansatzpunkt bildet für uns die konzeptionelle Integration einer begehbaren Grünkulisse. Sie trennt als bauliche Zäsur die Geschosse mit gewerblicher Nutzung von denen mit Wohnnutzung. Sie führt durch die Gebäude, die Höfe, verdichtet sich an ausgewählten Kanten, Rücksprüngen oder Terrassen und sammelt sich als Dachgarten mit Brücken, die alle Gebäude verbinden – ein mehrgeschossiger Park, konzipiert für die Bewohner dieser Häuser.

D - Mobilität

Die Gebäudegruppe am Platz von Amiens befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Hauptbahnhof Dortmund mit einer Vielzahl regionaler und überregionaler Verbindungen sowie direktem Zugang zum innerstädtischen ÖPNV mit Bussen und S-Bahn. Wir werden diese Optionen mit einem Konzept verknüpfen, das die individuelle Mobilität sichert – durch ein internes Sharing-System für E-Bikes und PKW, die den Bewohnern zur Verfügung stehen. Wir gehen davon aus, auf diese Weise den Stellplatzbedarf mindestens halbieren zu können. Der verbleibende Stellplatz-Bedarf wird im Untergeschoss abgedeckt.

Lageplan
Grundriss Erdgeschoss
Ansicht West

Daten

Studie

2017

Adresse

Kampstraße 37 - 39,
Hansastraße 5
44137 Dortmund
Deutschland

Grundriss Regelgeschoss
Ostansicht
Längschnitt

Wettbewerb Stadtreparatur

Finsterwalde

Das Grundstück Leipziger Strasse 22-24 liegt in räumlicher Nähe zum historischen Stadtkern, der durch gewachsene und kleinmaßstäbliche Strukturen charakterisiert ist. Parzellen sind ablesbar, Gebäudekonturen verspringen z.T. gegeneinander, Dächer wechseln in Trauf- und Firstlinie und sind durch Aufbauten an manchen Stellen stark konturiert. Gegenüber dem Grundstück liegt der Mozartplatz, eine heute unbebaute Fläche.

Ein differenzierter Baukörper analog zur städtebaulichen Körnung

Die Nachbarn entlang der Leipziger Strasse und Weststrasse wenden sich mit gestalteten Giebelflächen, Erker und Gauben in den Straßenraum, man könnte sagen, sie reden miteinander. Diese lebendige Formation adaptieren wir, brechen den neuen Baukörper auf und folgen mit den Gebäudekanten in unterschiedlichen Winkeln dem Straßenverlauf. So entsteht ein differenzierter Baukörper analog zur städtebaulichen Körnung im historischen Kontext. Die Gebäude bleiben ablesbar, die Adressen erkennbar, signifikant und doch einfach zu errichten. Geschossigkeit und Traufhöhe folgen den jeweiligen Nachbarn. Oberhalb der Traufe wird eine Dachlandschaft modelliert, die durch ein Wechselspiel von Gauben und Loggien beste Nutzbarkeit der Dachgeschosse und zugleich Privatheit ermöglicht. Ziel des Konzepts sind Lebensräume mit hoher Dichte, hoher Privatheit und niedrigem Energiebedarf.

Innenhof - Wohnen mit der Natur

Kinder spielen an der frischen Luft und der Feuerplatz ist der Ort für spontane oder geplante Feste. Hier soll ein schattiger Innenhof als grüne Lunge für die Hausgemeinschaft entstehen, um den herum eine offene Vertikalerschließung und Loggien gelegt sind – wie Tribünen um die Open Air Bühne. Er wird zur Adresse. Der Hauseingang an der Leipziger Straße dagegen wird gerahmt durch zwei auskragende Volumen, die auf diese Weise einen kleinen Vorplatz bilden.

Wohnungen und Flächen

Die Wohnungsgrößen orientieren sich an der geforderten Matrix. Sie sind weitgehend flexibel, leichte Trennwände versetzbar, nur die Schächte bilden Fixpunkte innerhalb der Grundrisse. An einigen Stellen ist die Zuschaltung einzelner oder mehrerer Räume vorgesehen und in der Grundrisszeichnung markiert. Die Ratio Mietfläche (MF) zu Bruttogrundfläche (BGF) beträgt ca. 73%. Die Zugänge sind barrierefrei. Nebenräume für Kinderwagen, Fahrräder und Müll liegen in der Nähe der Hauseingänge oder im Untergeschoss.

Architektur + Konstruktion

Die Untergeschosse sind auf ein sinnvolles Maß beschränkt, von den Giebelwänden der Nachbarn abgerückt, aber von beiden Treppenhäusern erreichbar. So werden Unterfangungen der Nachbarfundamente vermieden. Das Grundrisskonzept enthält wenige fixierte Bauteile (Schächte, Stützen oder Wände). Die Art der Konstruktion erlaubt so eine gewisse Grundriss-Variabilität innerhalb der Tragstruktur und ermöglicht unterschiedliche Layouts – vom Ein-Raum-Apartment bis zur 4-Zimmer-Wohnung. Im vorliegenden Layout schlagen wir auf ca. 2.070 m2 BGF 19 WE vor: (5 x 2-Zimmer WE, 11 x 3-Zimmer WE und 3 x 4-Zimmer WE). Die Häuser sind insgesamt ressourcenbewusst mit minimalem CO2-Fußabdruck konzipiert.

Grundriss Erdgeschoss

Daten

Wettbewerb

Teilnahmewettbewerb
07.2024

Adresse

Leipziger Straße 22-24
03238 Finsterwalde
Deutschland

Bauherr

Wohnungsgesellschaft
der Stadt Finsterwalde (WGF)

Schnitt B-B
Schnitt C-C

Wohnungsbau im Ruhrgebiet

Dortmund

Die Innenstadtlage ist bestens geeignet für unterschiedliche Bewohnergruppen: junge Familien, ältere Menschen in kleinen Wohnungen oder in WG 50+, Studierende in Appartements oder WG. Ein Baukörper, der unterschiedliche Wohnungstypen unter einem Dach anbietet und so die Grundlage für eine echte Hausgemeinschaft bietet. Der Zugang zu den Obergeschossen und in die Funktionsbereiche des EG erfolgt über ein zentrales Foyer mit bewusst weiträumigen Bewegungsflächen, das der Hausgemeinschaft als geschützter Raum für private Veranstaltungen, Kinderspiel etc. zur Verfügung stehen – ebenso wie der Garten selbst.

„High Density - High Privacy - Low Energy“ ist das Thema der Architektursprache. Der Baukörper ist kompakt, die Erschließungsflächen ebenso und dennoch kommunikativ, die Wohneinheiten mit differenzierter Typologie und größtmöglichen privaten Freiräumen. Alle Fensterflächen basieren auf demselben Grundmodul, sind aber in ihrer Handhabung den jeweiligen Grundrissen angepasst.

Alle erforderlichen infrastrukturellen Einrichtungen (Müllmanagement, Abstell-Räume, Gebäudetechnik etc.) sind im Gebäude untergebracht. So bleibt die Freifläche um das Gebäude herum aufgeräumt und der Gartennutzung vorbehalten – mit direktem Bezug zur benachbarten öffentlichen Grünanlage.

Das Gebäude erhält vier Obergeschosse und ein gestaffeltes Geschoss mit Penthäusern zur deutlichen Artikulation der städtebaulichen Konturen. Es verfügt über zwei voneinander unabhängig Ein-/ Ausgänge. Alle Geschosse sind barrierefrei, ein Teil der Wohnungen behindertengerecht.

Der erste und der zweite Rettungsweg werden über Treppenräume geführt, die als Schachteltreppen mit minimalem Platzbedarf an der Außenwand liegen und an oberster Stelle entraucht werden.

Die primäre Tragstruktur bilden Stahlbeton-Decken, die auf Mauerwerkswänden aufgelegt werden. Die Decken sind unterzugfrei und in der Untersicht glatt und ungestört. Das Mauerwerk der Außenwand wird monolithisch (hochgedämmt) ausgebildet – aus Schallschutzgründen zur Kaiserstraße und zur Karl-Lücking Straße mit einer zusätzlichen Masse-Schale. Es bleibt in seiner gesamten Konstruktion diffusionsoffen. Die Oberfläche bildet ein Wechselspiel aus grober und feiner Putzstruktur. Die Grundrisse sind weitgehend stützenfrei. Die Raumbildung wird durch nichttragende Trennwände erzeugt.

Grundriss Dachgeschoss
Grundriss Obergeschoss

Daten

Fertigstellung

2024

Adresse

Kaiserstraße 162
44143 Dortmund

Bauherr

Kreuzviertel Liegenschaften GmbH

Partner

Bauphysik/Akkustik: 
IB Horn GmbH, Leipzig
Brandschutz:
Neumann Krex + Partner, Meschede
TGA:
Ingenieurbüro Deuter GbR, Iserlohn

Ansicht West
Ansicht Nord

Umstrukturierung Alte Klavierfabrik

Berlin

Nachhaltige Architektur bedeutet Möglichkeitsräume zu schaffen.

Für unseren Bürostandort in Berlin, haben wir eine alte Klavierfabrik in Berlin-Mitte als Wohn- und Bürohaus umstrukturiert und ihr so eine Zukunft gegeben.

Hierbei war es uns besonderes Anliegen, bestehende Qualitäten zu intensivieren und zugleich zeitgemäßen Anforderungen an Wohnen und Arbeiten gerecht zu werden.

Daten

Fertigstellung

2011

Adresse

Brunnenstraße 156
10115 Berlin
Deutschland

Bauherr

PETERSENARCHITEKTEN
Gesellschaft für Architektur
+ urbane Strategien mbh

Stadtkrone Ost

Dortmund

An der Stockholmer Allee in einem schönen Landschaftsraum, sollen neue Häuser entstehen, zum Wohnen, vorzugsweise Doppelhäuser oder Townhouses. Wir schlagen vor, hier besser einen neuen Gebäudetyp zu entwickeln - zwei- bis dreigeschossig, mit vier Wohneinheiten, jede Wohneinheit mit eigenem Gebäudezugang für maximale Privatheit/Individualität. Beide EG-Einheiten haben kleine, private Patios, auf denen Fahrräder geparkt und andere individual-logistische Themen abgearbeitet werden können. Die OG-Einheiten erreicht man durch einen bunten Vorgarten, jede Einheit mit differenzierten Freiräumen - Terrassen oder Gärten - für die individuelle Nutzung, im Süden ergänzt durch einen Garten für die Hausgemeinschaft.

Alle Wohneinheiten haben Aussicht in alle Himmelsrichtungen – die Aufenthaltsräume immer zum Osten, Westen oder Süden, nie zum Norden. Alle Eingänge befinden sich auf der Nordseite. Die Kubatur erinnert an Tages- oder Nachtfalter, deshalb nennen wir sie „Schmetterlingshäuser“. Sie sind signifikant, haben ein U-förmigen Erdgeschoss als Base und darauf aufgesetzt, lang gestreckte Obergeschosse mit O/W-Orientierung. Die Häuser der einzelnen Zeilen sind um die volle Gebäudebreite gegeneinander versetzt. So hat jede Wohneinheit gute Sicht in die geschützte Landschaft.

Die Konstruktion ist sehr einfach und leicht zu errichten – monolithisches, hochdämmendes Mauerwerk aus Porenbetonelementen in EG und OG und darüber ein Tonnendach aus vorgeformten BSH-Bindern mit einer Trapezblech-Unterkonstruktion, mineralischer Dämmung und industrieller Eindeckung (KalZip).

Daten

Adresse

Stockholmer Allee
44269 Dortmund

Komposition
Aufsicht Modell
Konzeptskizze Stadtkrone und Kontext